Hellweg Suite geht in die 2. Runde (20.03.03)

Mit einer Komposition für die westfälische Hellweg-Region hatte die Essener Pianistin Claudia Anthes im bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Hellweg Suite bewegt sich musikalisch zwischen Neuer Musik und zeitgenössischem Jazz - jetzt wird der Bereich bildende Kunst in den zweiten Konzert-Reigen integriert.

Die FAZ kündigte damals die acht Konzerte auf dem Lande bundesweit an. "Ihre Suite scheint wie von einem Zauberstab berührt" schrieb die Süddeutsche. Das Konzept verortete die moderne Komposition bewusst in der Provinz - aufgeführt an ungewöhnlichen Konzertorten. Die Einbeziehung einer zweiten Kunstsparte scheiterte beim ersten Durchlauf an der finanziellen Ausstattung. Im Herbst 2003 wird es aber endlich Projektkonzerte in Verbindung mit bildender Kunst geben. Wobei die dritte Sparte Tanz wieder am seidenen Faden der Finanzen hängt.

Erfolgreiches Konzept von weiteren Künstlern übernommen

Der durchschlagende Erfolg und das wirksam durchgeführte Konzept der Hellweg Suite hat den politischen Beirat der Kulturregion Hellweg und letztendlich auch das Düsseldorfer Kulturministerium überzeugt, die Hellweg Suite fortzuführen. Außerdem haben die LAG Soziokultur und die Stadt Soest das Projekt in seine Förderung aufgenommen.

Eine ganz andere Form der Anerkennung erfolgte über eine Künstlergruppe in Unna: Sie haben bewußt die Idee der künstlerischen und regionalen Verortung aufgegriffen und ein Musik-Film-Projekt ersonnen, das ebenfalls an mehreren Orten in der Hellweg-Region aufgeführt werden soll. Bei ihrer Vorstellung ihres "Sehnsucht"-Projektes bemühten sie immer wieder die Hellweg Suite als Vorbild; das frisch erschienen Prospekt listet ebenso wie das Vorbild die interessanten Veranstaltungsorte auf und gibt eine kurze Beschreibung. Mehrere dieser Örtlichkeiten sind bereits durch die Hellweg Suite ins Rampenlicht gerückt worden (Rohrmeisterei Schwerte, Kettenschmiedemuseum Fröndenberg); andere hatten damals skeptisch ihre Teilnahme versagt, konnten sich aber nun erfreulicherweise zu einer Beteiligung an dem verwandten "Sehnsucht"-Projekt durchringen (Stadttheater Lippstadt, Lübcke-Museum Hamm). Künstlerisch verfolgt das selbständige Nachfolgeprojekt einen eigenständigen Weg: die "musikalisch-künstlerische Reise auf dem Lichtweg" beleuchtet ihr Namen-gebendes Thema "Sehnsucht" mit groovenden Balladen, sowie mit Film und parallel entstanden Gemälden und Fotos.

Verbindung von Künsten: Experiment der Gemeinsamkeit in Kunst-Performances

Jetzt, im zweiten Durchgang, ist die Hellweg Suite finanziell so ausgestattet, dass sie - wie ursprünglich bereits vorgesehen - verschiedene Kunstsparten zusammenführen kann: Dieser interdisziplinäre Ansatz ist - wie die Hellweg Suite selbst - von Komposition und Improvisation geprägt. Das heißt: Es wird bewußt das 'Wagnis' eingegangen, dass der Prozess des zusammen-Führens der Künste sich nicht nur beim Betrachter vollzieht, sondern bewusst und erleb-bar von der beteiligten Künstlern durchgeführt wird. Mit diesen Performances betreten die Initiatoren der Hellweg Suite wieder Neuland in der Region.

Die Fortentwicklung der Hellweg Suite sieht einen Dreischritt vor: Im Vorfeld entstehen neue Bilder und neue musikalische Miniaturen, die sich direkt aufeinander beziehen. In "Multimedia"-Konzerten entstehen Bilder zur Musik und andersherum Musik nach bestehenden Bild-Kompositionen. Im dritten Schritt der Performances lösen sich Musiker und Künstler von den 'festen' Vorgaben und beschreiten gemeinsam einen Weg, dessen genaues Ziel sie vorher nicht kennen (Etwaige Analogien zum 'Hellweg' sollen hier nicht heraufbeschworen werden.)

In gleicher Weise ist eine Zusammenarbeit mit zeitgenössischem Tanz vorgesehen. Da die finanzielle Ausstattung (trotz geringfügiger Erhöhung) jedoch bei weitem die hierfür benötigten Mittel unterschreitet, ist die Verwirklichung des tänzerischen Anteils leider noch nicht gesichert.

Doppel-CD erscheint Mitte April

Derzeit wird an der konkreten Umsetzung gearbeitet. Genaue Termine stehen noch nicht fest - für die Veranstaltungsorte jedoch gilt, dass bis auf die Alte Rohrmeisterei Schwerte kein beteiligter Ort ein zweites Mal bespielt wird: "Es gibt noch viel zu entdecken in der Region", sagt Arp Hinrichs, Initiator der Hellweg Suite.

Während die Vorbereitung für die neuen "Hellweg Suite"-Performances auf Hochtouren laufen, kündigt der CD-Verlag die Veröffentlichung der Doppel-CD: Das 85-minütige Werk erscheint Mitte April beim Münsteraner Label musicom. In dem ausführlichen Booklet werden auch Nicht-Westfalen textlich durch Kirchenruinen, Sagenwelten und Zwergenreiche geführt. Alle sechs Sätze der Suite sind enthalten: Bei "Eos" ließ sich die Pianistin Claudia Anthes von der Soester Hohnekirche inspirieren. "Kathedralenruine" wiederum schildert die Zeiten der Lippstädter Stiftsruine, wogegen "Heliodor" in der Krypta von St. Patrokli das Zusammenspiel von neuzeitlichen Künstlerfenstern (Hans Kaiser) und romanischer Raumwirkung Soest beleuchtet.

Das Stück "Spuk" geistert in Schlössern und Sagen der Region herum. "Moria" schildert die sagenhafte Geschichte rund um das Felsenmeer und zum Abschluss schließlich gibt es einen musikalischen Eindruck vom "Höhlenfeuer" vergangener Zeiten. Die Doppel-CD wird bundesweit und in der Hellweg Region vertrieben.

Ermöglicht wird das Projekt durch Unterstützung durch das
Ministerium für Städtebau und Wohnen; Kultur und Sport des Landes NRW,
sowie die Stadt Soest und die LAG Soziokultur.

Email: info@hellwegsuite.de

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