Eine zeitgenössische Komposition für die Region
PresseText 11/01 - Die Pianistin und Komponistin Claudia Anthes hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Zusammen mit Kulturmanager Arp Hinrichs organisiert sie eine Konzertreise durch die "Hellweg Region". Insgesamt acht Mal wird hier auf relativ kleinem Gebiet ihr neues musikalisches Werk aufgeführt, das eben diese Hellweg Region, zum Thema nimmt.

Noch arbeitet Claudia Anthes an der Komposition. Dabei handelt es sich nicht um eine Wiederauflage von Programm-Musik vergangener Jahrhunderte, sondern Claudia Anthes betont ihre frei-assoziative Vorgehensweise: Nur Orte oder Begebenheiten der Region, die die studierte Jazz-Pianistin inspirieren, finden Eingang in das kompositorische Werk. Und das wird sich zwischen kammermusikalischem Jazz und Neuer Musik bewegen. Ungewohnte Töne für die eher ländlich geprägte Region. Doch trotz moderner Harmonien - Claudia Anthes hat vor allem alte, oft geradezu märchenhafte Orte ausgewählt.

Komposition zwischen poetischen Melodien und freien Improvisationen

Die Stiftsruine in Lippstadt stand als erster Ort fest. Das Zusammenspiel von gotischer Architektur und Natur rief sofort musikalische Bilder bei der Künstlerin hervor. Ähnlich ging es ihr beim Felsenmeer in Hemer. Claudia

Anthes erinnert sich an ein Zwergenlied aus dem Buch "Der Herr der Ringe", das sie - neben den Eindrücken des Naturschauspiels - bei der Komposition begleitete. Bei der Soester Hohnekirche faszinierte die junge Künstlerin die orientalischen Malereien und die nachempfundene heilige Jerusalemer Grabesnische. Mehr will sie noch nicht verraten.
Für ihre filigranen Werke benutzt Claudia Anthes ungewöhnliche Harmonien, über die sie minimalistische Melodien miteinander verwebt. Zwischendrin gibt es immer wieder Teile zur Improvisation bis hin zu freiem Spiel. Sechs Musiker werden Anfang nächsten Jahres beteiligt sein. Dafür hat die Folkwang-Absolventin ihr bestehendes Quartett "Caligari", bei dem neben der Pianistin der Münsteraner Kontrabassist Alex Morsey, die Kölner Saxophonistin Angelika Niescier und der Holzwickeder Schlagzeuger Holger Naust beteiligt sind, um die Mannheimer Sängerin Irmela Stadler und den Kölner Schlagzeuger und Sound-Tüftler Christoph Hillmann erweitert.

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