Die 'Hellweg Suite' bringt zeitgenössische Musik über und für die Region in die Region.
Acht mal wird die "Hellweg Suite" in den Kreisen Soest und Unna aufgeführt. Die neue Komposition behandelt damit nicht nur musikalisch die namensgebende "Hellweg Region"; die Konzerte finden in eben dieser Region und hier in nicht ganz gewöhnlichen Konzerträumen statt. Damit nähern sich die beiden Initiatoren, die Komponistin Claudia Anthes und der Kulturmanager Arp Hinrichs, der Region auf zwei Wegen*.

In ihrer Komposition hat die Pianistin Claudia Anthes ihren persönlichen Blick schweifen lassen. Nur Orte und Geschichten, die sie inspirierten, fanden Eingang in das musikalische Werk: Die Stiftsruine in Lippstadt ("Kleine Marienkirche”) stand als erste fest. Das Zusammenspiel von Natur und gotischer Architektur rief sofort musikalische Bilder bei der Künstlerin hervor. Ähnlich ging es ihr beim Felsenmeer in Hemer (am Rande der Hellweg Region). In diesem Stück zu dem sagenumwobenen Naturereignis mag man einen alten Zwergenkönig klagen hören. Zwei Stücke sind nicht konkreten zugeordnet, sondern können verschiedenen Orten gewidmet sein: Auch den Höhlen ist ein musikalischer Satz gewidmet, Feuerprasseln äußert sich in flirrenden Melodielinien. Daneben werden die zahlreichen Schlösser und die ihnen oft nachgesagten gespenstischen Erscheinungen bedacht. An der Soester Hohnekirche faszinierte die junge Musikerin die teilweise orientalisch anmutende Ausgestaltung. Bei der Krypta in St. Patrokli Soest wiederum war sie vom Zusammenspiel der romanischen Architektur mit den modernen Hans-Kaiser-Fenstern angetan. Wie diese Fenster verwendet auch Claudia Anthes eine zeitgenössische künstlerische Sprache: Die studierte Jazz-Musikerin hat ein modernes kammermusikalisches Werk geschaffen, Musik des 21. Jahrhunderts. Die Musik ist also ganz in unserer Zeit verhaftet: zeitgenössischer Jazz mit regionalem Bezug; verspielte Melodien und Anleihen bei der Neuen Musik; minimalistische Strukturen aber auch folkloristische Traditionen sind zu finden. Mit der Musik möchte die Künstlerin die bekannten Orte mit einem anderen als dem gewohnten Licht beleuchten.

Der zweite Blickwinkel des Projektes betrifft die ausgewählten KonzertRäume: Eine Hellweg-Suite der (Spiel-) Orte nennt Organisator Arp Hinrichs die Konzertreihe. Er hat sie sorgfältig ausgewählt; es sind eher die stilleren Highlights der Region. Die allerdings auch außerhalb der Konzerte einen Besuch wert sind: Die UrAufführung findet im Nicolei-Haus in Unna statt (Mi. 23.1.02), in heute die Internationale Komponistinnen-Bibliothek untergebracht ist. Bevor die Abschluss-Vorstellung in der Stiftskirche Cappel (Lippstadt So. 17.2., 17h) gegeben wird stehen auf dem Programm: KulturRevier Radbod (Hamm Do. 31.1. mit offenen Künstlerateliers), Schloss Landsberg (Erwitte, Fr. 1.2., 19h), Kettenschmiede-Museum (Fröndenberg, Sa. 2.2., 19:30h - mit Kettenschmiede-Vorführung), Burghofmuseum (Soest, Fr. 8.2.), Felsenmeer-Museum (Musikschule Hemer, Do. 14.2.), Alte Rohrmeisterei (Schwerte, Fr. 15.2.).

So wie man auf den zweiten und dritten Blick immer neue Dinge an einer Sache entdeckt, raten die Initiatoren, einfach ersteinmal hinzuhören, auch wenn es für manchen zunächst etwas ungewohnt klingen mag. Mit Komposition und Konzertorten möchten sie einladen, einen neuen Blick auf den bekannten heimatlichen Landstrich, aber auch Unbekanntes zu entdecken. Ein aufwendiger Farbprospekt erscheint Anfang Januar, in dem Komposition und Aufführungsorte vorgestellt werden. Im Internet finden sich darüber hinaus Wegbeschreibungen: www.hellwegsuite.de. Zu den Konzerten erscheint ein Programmheft, das sich den Aspekten und Inhalten der Komposition widmet.

Für die Konzerte hat Claudia Anthes ihr Quartett "Caligari" um zwei Gäste erweitert. Es spielen:

Claudia Anthes - Komposition, Klavier
Angelika Niescier - Saxophone, Bassklarinette
Irmela Stadler - Stimme
Alex Morsey - Kontrabass
Holger Naust - Schlagzeug
Christoph Hillmann - Elektronik, Percussion

Ermöglicht wurde das Projekt durch Unterstützung durch das Ministerium für Städtebau und Wohnen; Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie die Stadt Soest. Hilfestellung hat auch die Westfälische Förderakademie für bildende Kunst und Musik Ruhr-Lippe e.V. gegeben.

Kontakt: info@hellwegsuite.de

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* Stichwort: "Wege": Der Hellweg als uralter Handelsroute hat der Gegend nicht nur nominell seinen Stempel aufgedrückt. Aber auch die Landschaft selbst hat den Verlauf des Hellwegs geprägt: vor Unzeiten südlichster Ausläufer der Eiszeit bietet sie die südlichste Möglichkeit für eine Ost-West -Verbindung noch in der norddeutschen Tiefebene. Gleich nebenan erhebt sich mit der Haar das Land der tausend Berge - und mit diesen zahlreiche Höhlen. Zur Hellweg Region gehört das Nebeneinander von Ebene und Hügellandschaft.

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