Die 'Hellweg Suite' bringt zeitgenössische Musik über und für die Region in die Region
Prasselnde Höhlenfeuer der Vorzeit, Walzer-tanzende Schlossgespenster, klagende Gesänge alter Zwergenkönige. - Denken Sie an Jazz? - Gotische Kirchenruine, orientalisch anmutende, mittelalterliche Kirchenmalereien, romanische Krypta mit modernen Künstler-Fenstern. - Jetzt aber: Neue Musik! - Nein, dies sind nicht Ihre Assoziationen? - Warum soll man Altes nicht aus einem zeitgenössischen Blickwinkel betrachten? Am Beispiel der geschichtsträchtigen HellwegRegion haben die Soester Claudia Anthes und Arp Hinrichs eben dieses getan: Heraus gekommen ist: die Hellweg Suite.


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Persönlicer Blickwinkel

 

 

Romantische Orte
und
Neue Musik

 

 

 


 

 

 

Die unbekannteren
Sehenswürdigkeiten
der HellwegRegion

 

 

 

 


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Förderer

 

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Die neue Komposition behandelt nicht nur musikalisch die namensgebende "Hellweg Region"; die acht Konzerte finden in eben dieser Region und hier in nicht ganz gewöhnlichen Konzerträumen statt. Damit nähern sich die beiden Initiatoren, die Pianistin Claudia Anthes und der Kulturmanager Arp Hinrichs, gleich doppelt der Region.

In ihrer Komposition hat die Pianistin Claudia Anthes ihren persönlichen Blick schweifen lassen. Nur Orte und Geschichten, die sie inspirierten, fanden Eingang in das musikalische Werk: Die Stiftsruine in Lippstadt ("Kleine Marienkirche”) stand als erste fest. Das Zusammenspiel von Natur und gotischer Architektur rief sofort musikalische Bilder bei der Künstlerin hervor. Ähnlich ging es ihr beim Felsenmeer in Hemer (am Rande der Hellweg Region). In diesem Stück zu dem sagenumwobenen Naturereignis mag man einen alten Zwergenkönig klagen hören. Zwei Stücke sind nicht konkreten zugeordnet, sondern können verschiedenen Orten gewidmet sein: Auch den Höhlen ist ein musikalischer Satz gewidmet, Feuerprasseln äußert sich in flirrenden Melodielinien. Daneben werden die zahlreichen Schlösser und die ihnen oft nachgesagten gespenstischen Erscheinungen bedacht. An der Soester Hohnekirche faszinierte die junge Musikerin die teilweise orientalisch anmutende Ausgestaltung. Bei der Krypta in St. Patrokli Soest wiederum war sie vom Zusammenspiel der romanischen Architektur mit den modernen Hans-Kaiser-Fenstern angetan. Wie diese Fenster verwendet auch Claudia Anthes eine zeitgenössische künstlerische Sprache: Die studierte Jazz-Musikerin hat ein modernes kammermusikalisches Werk geschaffen, Musik des 21. Jahrhunderts. Die Musik ist also ganz in unserer Zeit verhaftet: zeitgenössischer Jazz mit regionalem Bezug; verspielte Melodien und Anleihen bei der Neuen Musik; minimalistische Strukturen aber auch folkloristische Traditionen sind zu finden. Mit der Musik möchte die Künstlerin die bekannten Orte mit einem anderen als dem gewohnten Licht beleuchten.

Der zweite Blickwinkel des Projektes betrifft die ausgewählten KonzertRäume: Eine Hellweg-Suite der (Spiel-) Orte nennt Organisator Arp Hinrichs die Konzertreihe. Er hat sie sorgfältig ausgewählt; es sind eher die stilleren Highlights der Region. Die allerdings auch außerhalb der Konzerte einen Besuch wert sind: Die UrAufführung findet im Nicolei-Haus in Unna statt (Mi. 23.1.02), in heute die Internationale Komponistinnen-Bibliothek untergebracht ist. Bevor die Abschluss-Vorstellung in der Stiftskirche Cappel (Lippstadt So. 17.2., 17h) gegeben wird stehen auf dem Programm: KulturRevier Radbod (Hamm Do. 31.1. mit offenen Künstlerateliers), Schloss Landsberg (Erwitte, Fr. 1.2., 19h), Kettenschmiede-Museum (Fröndenberg, Sa. 2.2., 19:30h - mit Kettenschmiede-Vorführung), Burghofmuseum (Soest, Fr. 8.2.), Felsenmeer-Museum (Musikschule Hemer, Do. 14.2.), Alte Rohrmeisterei (Schwerte, Fr. 15.2.).

So wie man auf den zweiten und dritten Blick immer neue Dinge an einer Sache entdeckt, raten die Initiatoren, einfach erst einmal hinzuhören, auch wenn es für manchen zunächst etwas ungewohnt klingen mag. Mit Komposition und Konzertorten möchten sie einladen, einen neuen Blick auf den bekannten heimatlichen Landstrich, aber auch Unbekanntes zu entdecken. In einem aufwendigen Farbprospekt werden Komposition und Aufführungsorte vorgestellt (Prospekt anfordern). Im Internet (also hier) finden sich darüber hinaus Wegbeschreibungen: www.hellwegsuite.de. Zu den Konzerten erscheint darüber hinaus ein Programmheft, das sich den Aspekten und Inhalten der Komposition widmet.

Für die Konzerte hat Claudia Anthes ihr Quartett "Caligari" um zwei Gäste erweitert. Es spielen:
Claudia Anthes Komposition, Klavier
Angelika Niescier Saxophone, Bassklarinette
Irmela Stadler Stimme
Alex Morsey Kontrabass
Holger Naust Schlagzeug
Christoph Hillmann Elektronik, Percussion

Ermöglicht wurde das Projekt durch Unterstützung durch das Ministerium für Städtebau und Wohnen; Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MSWKS NRW), sowie die Stadt Soest. Hilfestellung hat auch die Westfälische Förderakademie für bildende Kunst und Musik Ruhr-Lippe e.V. gegeben.